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Unter-Sensbach

Die erste urkundliche Erwähnung von Unter-Senbach findet sich in einer Urkunde aus dem 14. Jahrhundert. 1353 verkaufte der Edelknecht Bruno von St. Lenen dem Pfalzgrafen Ruprecht I. Leibeigene zu „Senczelsbach“. Man geht jedoch davon aus, dass die ersten Siedler schon wesentlich früher in dieses Seitental der Itter kamen.

831 schenkte ein gewisser Madelwin dem Kloster Lorsch den Ort Moresdal mitsamt seinen 25 Leibeigenen. Die Forschung geht davon aus, dass dieser Ort im Rindengrund lag, einem engen, parallel zum Sensbachtal verlaufendem Seitental der Itter. Noch im 11. Jahrhundert wurde von 6 Hofstellen berichtet. Flurnamen wie „Haferdelle“, „Holzapfeldelle“ oder „Bauernwald“ machen darauf aufmerksam, dass der heute geschlossene Waldbestand früher einmal anders genutzt wurde. Die leibeigenen Bauern bewirtschafteten gegen Abgaben Huben, die ihnen ihre Herrschaft zugeteilt hatte. Die Bauern waren schollengebunden, d.h. sie durften ihr Land nicht verlassen. Wurde eine Hube von der Herrschaft verkauft, gingen die Bauern als „Zubehör“ mit. Von Moresdal wissen wir, dass die dort lebenden Bauern dem Kloster Lorsch einen Baumstamm, 10 Bretter und einen Grundzins von 1 Schilling geben mussten. Vielleicht aber könnte die Auflösung von Moresdal auch mit einer Verwaltungsreform der Schenken von Erbach zusammenhängen, die ihren Bauern neue Huben nördlich ihres eigenen Hofgutes im Sensbachtal zugewiesen haben, um sie besser kontrollieren zu können. Im Lagebuch von Ober-Sensbach wurden jedenfalls 6 kleine Hofstellen nördlich des Erbacher Hofgutes verzeichnet.

Als Moresdal im Hochmittelalter aufgegeben wurde, nutzten die Bauern aus dem Sensbachtal weiterhin die dortigen Äcker und Weideflächen. Vor allem trieben sie ihre Schweine zur Eichelmast in den Wald und betrieben Waldhackbau.

 

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