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Ober-Sensbach

Die erste urkundliche Erwähnung einer Besiedlung im Sensbachtal reicht in das 14. Jahrhundert zurück. 1353 verkaufte der Edelknecht Bruno von St. Leneu dem Pfalzgrafen Ruprecht I. Leibeigene zu „Senczelsbach“ (Unter-Sensbach); 1359 erlaubte der Pfalzgraf, dass die Schenken Eberhard und Heinrich von Erbach ihren Teil von „Sentzenbach“ (Ober-Sensbach) an Henne von Erlickheim verpfändeten, und 1366 erlaubte er Schenk Konrad von Erbach die Überschreibung eines Teiles des Dorfes „Hebestahl“ (Hebstahl) als Witwengut. Dies sind die ersten urkundlichen Erwähnungen der Dörfer im Sensbachtal. Man geht jedoch davon aus, dass bereits wesentlich früher Leute in diesem Tal lebten. 831 schenkte ein gewisser Madelvin dem Kloster Lorsch den Ort Moresdal mitsamt seinen 25 Leibeigenen. Die Forschung geht davon aus, dass dieser, heute nicht mehr existierende Ort, im Rindengrund lag, einem engen, parallel zum Sensbachtal verlaufendem Seitental der Itter. Noch im 11. Jahrhundert wurde von 6 Hofstellen berichtet. Danach verlor sich das Schicksal dieser Siedlung im Dunkeln der Geschichte. Im Sensbachtal dagegen wuchs die Bevölkerung. Als im Frühjahr 1525 in ganz Süddeutschland der Bauernaufstand losbrach, gehörte auch Peter Teufel aus Ober-Sensbach zu den Aufständigen. Als Viehhändler war er weit herumgekommen und hatte überall den Unmut der Bauern gegen Sonderrechte der Grundherren verspürt. Insbesondere forderte man die Aufhebung der Leibeigenschaft, Minderung der Abgaben und der Frondienste, freie Nutzung der Wälder, soweit sich diese nicht im Privatbesitz befanden und Glaubensfreiheit. So rief Peter Teufel auch im Sensbachtal die Bauern zum Aufstand gegen die Landesherren auf. Einer, der ihm folgte, war Hans Streun aus Unter-Sensbach. Das anfänglich disziplinierte Vorgehen der Bauern endete schon bald in unorganisierten Raubzügen, die Luther im Mai 1525 zu seiner Schrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ veranlasste und es dem Adel erleichterte, die getrennt marschierenden Bauernhaufen zu unterwerfen. Der knapp 100 Jahre später ausbrechende Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte auch der Bevölkerung im Sensbachtal viel Leid und Elend. Zumeist waren es die kaiserlichen Truppen, die mehrmals plündernd und mordend durch das Tal zogen und mehr als die Hälfte der Huben zerstörten. Aus Angst vor Überfällen zog sich die Bevölkerung in die tiefen Wälder zurück und lebte verstreut in abgelegenen und unwegsamen Waldgebieten. Auch im 18. und im 19. Jahrhundert blieb die ländliche Struktur im Sensbachtal erhalten. Bis zum 2. Weltkrieg lebte die Bevölkerung fast ausschließlich von der Land- und von der Forstwirtschaft. Erst durch den Zuzug zahlreicher Heimatvertriebener trat ein Wandel ein.


Stadtteil Ober-Sensbach

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