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Olfen

Olfens Anfänge gehen zurück in die Zeit, als der südliche Odenwald zwischen 1000 und 1200 n. Chr. besiedelt wurde. Es ist als typisches Waldhubendorf angelegt. 1398 wurde Olfen erstmals unter dem Namen "Ulfen" in Pfälzer Lehensbriefen erwähnt. Ursprünglich sollen in Olfen überwiegend Hirten ansässige gewesen sein. Der 30-jährige Krieg traf das Dorf erst in der zweiten Hälfte mit voller Schärfe. 1643 waren nur noch zwei Huben besetzt. 1650 lag Olfen wüst, menschenleer und verbrannt. Am Wiederaufbau waren zuerst Schweizer stark beteiligt, die darauffolgenden Kriege mit Frankreich vertrieben sie jedoch wieder.

Um 1700 bildete sich eine Taglöhnerschicht in Olfen. Sie suchten zusätzlichen Verdienst im Tagelohn bei den Bauern, im Wald beim Rindenschälen und im Sommer als Erntehelfer in der Rheinebene. Die Frauen brachten Butter, Eier und Käse an die Bergstraße, nach Mannheim und nach Weinheim. Stark ausgebreitet war in diesen Häusern auch die Leinenweberei.

1806 gelangte der Ort mit dem Amt Freienstein an das Großherzogtum Hessen, wurde am 1. Juli 1971 Stadtteil von Beerfelden und ist seit dem 1. Januar 2018 Teil der neuen Stadt Oberzent.

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Verschwistert ist Olfen seit 1966 mit der französischen Gemeinde Trévignin im Département Savoie. Es handelt sich hierbei um die "kleinste Partnerschaft Europas", die Olfen im Jahre 1991, bei der 25-Jahr-Feier, die Verleihung der Europafahne bescherte.


Stadtteil Olfen

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Rotes Wasser

Nördlich von Olfen, im Quellgebiet des Finkenbaches befindet sich ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das „Rote Wasser“. Die hier vorkommenden Braunalgen, die an manchen Stellen rostbraun schimmern, haben diesem Gebiet ihren Namen gegeben.

Das „Rote Wasser“ weist eine für den Odenwald einzigartige Flora auf. Dieses Naturschutzgebiet bildet den Quellbereich eines Armes des Finkenbaches. Seinen Namen verdankt es dem Vorkommen einer Braunalge, die den Eisengehalt des Wassers bindet und sich als rostroter Belag absetzt. Untersuchungen heben ergeben, dass das Torf bis zu 1,10 m mächtig ist. Darunter lagert Ton, der die Wasserversickerung verhindert. Im Kerngebiet des Moores herrscht Torfmoos vor, das an der Oberfläche stetig wächst, während die unteren Teile absterben und den Torf bilden. So hat sich im „Roten Wasser“ eine Pflanzengesellschaft erhalten, die mit der in den nordischen Tundren vergleichbar ist. Auf den Torfmoospostern wachsen die feinblättrigen Ranken der Moosbeere, deren Früchte im Spätsommer reifen und den Preiselbeeren ähnlich sind, der rundblättrige Sonnentau, der Siebenstern und das Wollgras.

Die größte Gefahr für dieses einzigartige Bruchmoor entstand durch die forstwirtschaftliche Nutzung. Bei der Anpflanzung von Fichtenkulturen wurden Entwässerungsgräben gezogen, damit die Pflänzchen nicht im nassen Moorboden ersticken. Heute weiß man, dass gerade die Fichtenhochwälder den Boden derart austrocknen, dass das Heidekraut im Vormarsch ist. Darum wurden die artfremden Hölzer entfernt und die für ein Bruchmoor typischen Baumarten stehen gelassen.


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