Heckenrückschnitt muss bis Ende Februar abgeschlossen sein 

heckenrückschnitt bis 29.02.2020

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet zum Schutz der Tierwelt, vom 1. März bis zum 30. September Hecken und Gebüsche zurückzuschneiden und Bäume zu fällen, die außerhalb des Waldes oder außerhalb von Parks und Gärten stehen. Darauf macht die Untere Naturschutzbehörde aufmerksam und bittet darauf zu achten, dass alle Gehölzarbeiten Ende Februar abgeschlossen sind. Das Gesetz erlaubt es nur Behörden, in begründeten Einzelfällen von dieser Regelung abzuweichen. Für private Maßnahmen können keine Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.

Auch Rückschnitte oder Rodungen zur Durchführung von Baumaßnahmen müssen noch zur Winterzeit erledigt werden: Bei Bauarbeiten darf ansonsten nämlich nur „geringfügiger Gehölzbewuchs“ entfernt werden. Auch Schnittgut, das nicht auf der Fläche verbleiben soll, ist spätestens bis Ende Februar abzuräumen. Da sich im Frühjahr gerne Vögel und viele andere Kleintiere in die schützenden Haufen zurückziehen, muss es sonst bis Anfang Oktober ungestört liegen bleiben.

Aus dem gleichen Grund sind auch zum Verbrennen oder zum Häckseln aufgeschichtete Reisig- oder Laubhaufen, die in der Zwischenzeit möglicherweise von Tieren besiedelt wurden, vor dem Anzünden oder Abräumen nochmals genau zu überprüfen. Dies ist auch bei vorbereiteten Holzstapeln für Oster- und Sonnwendfeuer unbedingt zu beachten.

Die in Gärten und Parks das Jahr über anstehenden regelmäßigen Pflegearbeiten dürfen natürlich erledigt werden. Nicht selten wird auch erst im Frühjahr oder Frühsommer bemerkt, oft nach Regengüssen, dass belaubte Äste zu weit in Gehwege und Straßen hineinragen oder Verkehrsschilder verdecken. Begrenzt auf das notwendige Maß, kann auch dann noch ein Rückschnitt einzelner Triebe und Äste vorgenommen werden. Erlaubt sind auch Baumpflegearbeiten und der Sommerschnitt bei Obstbäumen. Der Gärtner ist aber dafür verantwortlich, dass dabei wildlebende Tiere, etwa nistende Vögel oder Baumhöhlen bewohnende Fledermäuse, nicht unnötig gestört oder ihre Nistplätze zerstört werden.

Im Zusammenhang mit dem Obstbaumschnitt, der oft im Spätwinter vorgenommen wird, gibt die Naturschutzbehörde den folgenden Hinweis: Vielfach wird angenommen, dass die im Odenwald verbreitet vorkommende Mistel eine geschützte Pflanzenart ist. Dies ist nicht der Fall. Wenn die Vitalität von Obstbäumen durch Mistelbefall beeinträchtigt wird, sollte diese bei der Baumpflege ausgeschnitten werden. Eine Genehmigung der Naturschutzbehörde ist nur für eine gewerbliche Nutzung wild wachsender Pflanzen erforderlich, so auch für den Verkauf von Misteln auf Weihnachtsmärkten.

Wiesen, Raine oder ungenutzte Grundflächen im zeitigen Frühjahr durch Abbrennen „sauber zu halten“, ist seit Jahrzehnten verboten. Trotzdem ist diese Unsitte immer noch vereinzelt zu beobachten. Davon abgesehen, dass solche bewusst oder fahrlässig gelegten Feuer sehr leicht außer Kontrolle geraten und dann erhebliche Schäden verursachen können, ist damit immer eine unnötige Tötung zahlreicher Kleintiere verbunden. Bei Verstößen drohen besonders empfindliche Geldstrafen.

Wer eine Beratung wünscht, auch vor Ort, kann sich gerne an die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde wenden: Ralf Klein (Telefonnummer 06062 70-215, E-Mail-Adresse r.klein@odenwaldkreis.de, Karlheinz Kinzer (06062 70-319, kh.kinzer@odenwaldkreis.de)  und Uwe Krause (06062 70-459, u.krause@odenwaldkreis.de).

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