Blühflächen in der Stadt Oberzent


Blühflächen in der Stadt Oberzent

Die Stadtverwaltung erreichen immer wieder Bitten, die abgeblühten Blühstreifen abzumähen. Wir möchten erklären, warum wir dies im Herbst nicht machen:

Blühflächen sind mehr als „nur“ bunt blühender Futterplatz für Insekten

Blühflächen haben auch im Winter ihren Reiz. Sobald man sich etwas näher mit den Arten der Bestäuber und anderen blütenbesuchenden Insekten beschäftigt, fällt  auf, dass viele dieser Arten recht spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum haben und somit nicht nur genügend Nahrung, sondern auch die Möglichkeit zur Brut gegeben sein muss – allein Nahrung bereit zu stellen, ist zwar gut gemeint, hilft vielen Arten aber nicht sehr viel weiter, denn sie brauchen unbedingt auch einen geeigneten Brutplatz. Diese Möglichkeit zur Brut können viele Insekten aufgrund ihrer geringen Flugweite nur in unmittelbarer Nähe ihrer Futterpflanzen finden. In vielen Fällen findet sich der geeignete Brutplatz schon ohne weiteres Zutun direkt in oder an der jeweiligen Blühfläche.

Der richtige Zeitpunkt der Flächenpflege entscheidet über die nächste Insekten-Generation
Viele Wildbienen-Arten legen ihre Eier in oder an den trockenen Pflanzenstängeln direkt in den Blühflächen ab. So können sich aus den Eiern bereits im gleichen Jahr Larven entwickeln, welche nach der Verpuppung als schlupfbereites, fertiges Insekt im Pflanzenstängel auf den kommenden Frühling warten, um bei entsprechend geeigneter warmer Witterung schlüpfen zu können.

Lässt man also ausgeblühte Blühflächen über den gesamten Winter „ungepflegt“ stehen, fördert man automatisch die kommende Insektengeneration. Somit können sich neben den Wildbienen auch eine Vielzahl für Landwirtschaft und Gartenbau besonders nützlicher Insekten wie z.B. Schwebfliegen oder Marienkäfer vermehren, deren Larven durch das Fressen von Blattläusen biologische Schädlingsbekämpfung betreiben.

Wie und wann sollten Blühflächen gepflegt werden?

Im Frühherbst scheinen die einst bunten Flächen verblüht, doch schaut man genauer hin, so kommt es doch häufig in der unteren Schicht nahe am Boden noch zu einer reichlichen Nachblüte vieler Pflanzen – häufig bis zu den ersten Frostnächten. In dieser Zeit fallen bereits die ersten Schwärme von Distelfinken und Goldammern auf, welche gezielt die jetzt Samen tragenden Flächen aufsuchen. Eine Flächenpflege zu dieser Zeit würde viel Nahrung, Deckung und Insekten-Brutplätze zerstören. Diese Flächen sollten möglichst ungestört durch den Winter gehen und erst nach den ersten warmen Tagen (ab Mitte März) hoch gemäht (bei mehrjährigen Saaten) oder zur Neusaat aufbereitet werden.



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